Der Mainfränkische Expressionismus
Hans-Peter Porzner - Burkart Benkert

Gästebuch, News, Diskurs

11 Einträge auf 3 Seiten
Hans-Peter Porzner
30.09.2022 14:20:52
Mit dem Formulieren und Abdrucken von Standpunkten ist das Problem nicht aus der Welt.

An wen richtet sich diese Frage in folgendem Kommentar zur Documenta 15?
Hans-Peter Porzner
30.09.2022 13:38:28
Zum Abschluss der Documenta 15
Ein Kommentar

„Auf Instagram postete jemand aus der Kunstszene diese Idee: ‚Die nächste Documenta sollte von einer Maschine kuratiert werde.‘ Fraglich, ob das die Rettung wäre. Es käme ja darauf an, wer die Maschine programmiert.“ So endet der Artikel der Spiegel-Redakteurin Ulrike Knöfel als eine Bilanz und als Versuch einer Schadensbegrenzung im Spiegel vom 17. September.

Die Documenta 15 ist abgelaufen. Was würde Immanuel Kant zu dieser Documenta sagen? Ihre Freiheit würde nichts anderes als die Bewegung eines „Bratenwenders“ vollziehen. 1480 hat Leonardo da Vinci eine erste Konstruktionszeichnung für einen mechanisch betriebenen Drehspieß entwickelt. Einmal aufgezogen, würde seine Mechanik wie von selbst ablaufen. Ist das so? Oder könnte man hier den Spieß im Sinne des berühmten Angelfischers in Platons Dialog „Sophistes“ einfach umdrehen? Gemeint ist die Raffinesse eines Jürgen Habermas. Worauf fallen natürlich alle Quereinsteiger herein?

Wo schlägt der Detektor am intensivsten aus und was zeigt er an – genauer: was soll er anzeigen? Und was hätte er anzeigen sollen, was er aber aus irgendwelchen mysteriösen Gründen nicht tat? Antisemitismus, wie konnte man das übersehen? Ein fünfzig Zentimeter hoher Stapel mit Zeitungsartikeln haben sich innerhalb dieser 100 Tage hierzu angesammelt. Unglaublich. Warum hat indes Indonesien keinen Immanuel Kant und keinen Jürgen Habermas herausgebracht, könnte Patrick Bahners in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung fragen. Was heißt heute Universalismus? Das könnte man mit Omri Boehm weiter fragen und entsprechende Vorbehalte in den Medien anmelden! Jürgen Kaube diesmal in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und einen Tag später in der Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung. Erstaunlich. Ach du liebe Güte! Wie konnte das nur passieren? Und das in Deutschland. Was tun? Die Mechanik des „Bratenwenders“ ist aus irgendwelchen Gründen ausgefallen. Mit dem Formulieren und Abdrucken von Standpunkten ist das
Hans-Peter Porzner
30.09.2022 13:36:55
(Fortsetzung)

Und wie hätte die Documenta im Nachhinein aussehen können? Was hat man verspielt? Künstler haben hier indes schon längst nichts mehr zu sagen. Ein Rudel von ikonografischen Programmierern trat jedenfalls auf den Plan. Sie gaben alle ihr Bestes, aber es hörte nicht auf. Warum nicht? Die Leiter der Documenta, das Künstlerkollektiv „Ruangrupa“! Was heißt „Künstlerkollektiv“? Des Kaisers neue Kleider. Da gehen doch die Widersprüche schon los. Man wollte nichts wissen, niemand wollte etwas lernen, um das einmal so zu formulieren. Vernunft? Was ist das? Das ist doch alles Westen. Das sind doch alles keine Künstler. Oder doch? Sorry!

Die Situation war tatsächlich von Anfang an festgefahren. Keiner bewegte sich. Und es gilt immer noch: wer sich bewegt, hat verloren. Mikado heißt das Spiel. Aber es ist kein Spiel. Plakativ verkünden sie ihre Botschaften, die schon mit dem Verklingen der letzten Silben überholt sind. Das hat doch nichts mit Anti-Kunst, schon gleich gar nichts mit der Autonomie von Kunst zu tun, um hier Hanno Rauterberg von der Zeit zu zitieren. Auch dieser kunstgeschichtlich verfehlten Rede muss man widersprechen. Aber richtig, was hat das mit Kunst zu tun? Oder sollte man mit Bazon Brock von der wichtigsten Documenta überhaupt sprechen? Nein, das auch nicht.
Hans-Peter Porzner
30.09.2022 13:29:18
(Fortsetzung)

Es geht doch gar nicht um Kunst. Das hat man geschickt eingefädelt. Aber das stimmt, so formuliert, eben auch nicht. Wir sind jedenfalls keine begabten Twitterer. Was also verkündete die Ausstellung ganz spontan gemäß des Romantikers Jürgen Habermas? Aber interessiert das irgendjemand im Süden? Nein! Natürlich nicht. Wie auch? Aber die Documenta fand in Deutschland statt, in Kassel, und das war gut so. Hätte die Documenta in Jakarta stattfinden können? Warum nicht? Nein! Die Documenta 16 wird, wie gehabt, in Kassel stattfinden. Und es wird keine Kürzungen des Etats geben. Ganz im Gegenteil.

Was meint eigentlich Kant genau, wenn er dieses Bild vom „Bratenwender“ 1788 gebraucht? Noch 2022 kann man darüber nachdenken. Nein, man muss darüber nachdenken.
Hans-Peter Porzner
13.09.2022 05:02:25
Eine Stoffsammlung zum Theaterstück „Der Mainfränkische Expressionismus“.
Anzeigen: 5  10   20